Die Digitalisierung greift immer stärker und immer schneller in deinen Alltag ein. Dein Smartphone ist nicht mehr nur ein Hilfsmittel, sondern dein persönlicher mit Sensoren ausgestatteter Spion. Du klebst die Kamera deines Laptops ab, um nicht von Fremden beobachtet zu werden. Google, Windows, Facebook, WhatsApp und Co sind keinen Meter von dir entfernt und kennen deine empfindlichsten Geheimnisse.

Mit nur 5 simplen Regeln schützt du dich vor Überwachung und Kontrollverlust und gewinnst an mehr Freiheit in der digitalen Welt – ein kritischer Einblick.

1. Verknüpfe niemals deine Konten

Häufig hast du die Möglichkeit dich bei den unterschiedlichsten Diensten mit deinem Facebook- oder Google-Konto anstelle (d)einer E-Mail Adresse zu registrieren.
Sobald du ein Handy mit Android oder dem iOS Betriebssystem zum ersten Mal startest, ist es sogar unumgänglich, dass du dir ein Konto bei Apple oder Alphabet (ehemals Google) anlegst. Ansonsten ist es beinahe unmöglich, dass du dein Gerät sinnvoll bedienen kannst.

Ein alternatives Handy-Betriebssystem bietet Lineage OS 1https://lineageos.org/ und war Firefox OS der Mozilla Foundation 2https://techcrunch.com/2015/12/08/mozilla-will-stop-developing-and-selling-firefox-os-smartphones/, die die Entwicklung des gleichnamigen Browsers ‚Mozilla Firefox‘ betreut. Darüber hinaus gibt es mit dem Librem 5 ein Smartphone, das auf ‚security by design‘ setzt 3https://shop.puri.sm/shop/librem-5/.

Registrierung mit Facebook oder Google, wie sie häufig anzutreffen ist

Sobald du deine Konten miteinander verknüpfst, werden deine Informationen zwischen den Anbietern versendet. Google gibt explizit an dadurch „Funktionen zu verbessern“ 4https://support.google.com/accounts/answer/2541991?hl=de. Aber wie welche Daten versendet oder genutzt werden gibt der Weltkonzern nicht an.
Daher am besten mit E-Mail Adresse anmelden.

2. Sei sparsam mit deinen Daten

Je mehr Informationen du über dich oder deine Mitmeschen preisgibst, umso höher ist die Gefahr der ‚digitalen Selbstversklavung‘. Denn mit deinen Daten bestimmen Analysten von Großkonzern bis hin zu Algorithmen deinen Alltag, deine Vorlieben oder dein Verhalten. Von Regierungen, die dich für ihre Zwecke manipulieren könnten. Von Banken, die dir die Eröffnung deines Kontos verweigern könnten. Zu Arbeitgebern, die deine Bewerbung durch die von Algorithmen analysierten Charakter-Eigenschaften ablehnen könnten sind viele Szenarien denkbar 5https://privacyinternational.org/feature/1064/invisible-manipulation-10-ways-our-data-being-used-against-us.

Sei dir darüber bewusst, dass deine Daten leicht vervielfältigt werden können. Moderne technische Mittel machen es uns zudem leicht Informationen weiter zu geben und zu verändern. Niemand kann heute mit Genauigkeit sagen, welche Auswirkungen das auf unser Leben in 5, 10 oder 20 Jahren hat.

3. Mache dir klar: Das Internet vergisst nie

Über das Suchfeld können Inhalte in wenigen Schritten gefunden werden

Einmal deinen Status geteilt oder ein Bild veröffentlicht, ist es nicht absehbar, wo dieser Inhalt am Ende landet – selbst wenn du ihn löschst. Ein Screenshot deines Instagram Beitrags oder ein verknüpftes ungenutztes und längst vergessenes Profil auf einer Website, die deine Daten auf ihren Servern gespeichert hat, bleibt für immer in der Tiefe des WWW für dich verborgen.

Weiterhin wird das Internet in jeder Sekunde durch sogenannte Web-Crawler durchsucht. Social Media Profile und Webseiten werden so sowohl legal, als auch illegal der Öffentlichkeit preisgegeben – Meist ohne, dass du daran etwas ändern kannst. Schon mal deinen Namen „gegooglet“?

4. Suche immer nach Alternativen

Ich finde es schade täglich festzustellen, wie viel ein wenig Bequemlichkeit einigen Menschen wert ist. Dabei gibt es zahlreiche Alternativen, die meist nur 1 oder 2 Klicks entfernt sind. Neben der Achtung deiner digitalen Privatsphäre und vertrauenswürdigerem Umgang mit deinen Daten sind die Alternativen sogar oftmals technisch überlegen und umweltfreundlich. Ich hoffe, es scheitert dabei nicht an 1 oder 2 Euro.

Ein paar Beispiele:

  • Statt Gmail, GMX oder Yahoo Mail: Tutanota, Posteo, Mailbox.org
  • Statt WhatsApp: Telegram, Signal, Threema, Briar
  • Statt Google-Suche: DuckDuckGo, Startpage
  • Statt Google Translator: DeepL
  • Statt Google Chrome: Firefox, Brave
  • Statt Windows: Ubuntu

5. Pass auf bei kostenlosen Diensten

Was kostenlos ist, stinkt (meist). Überlege dir genau, welches Geschäftsmodell ein Dienst anwendet: Wie verdient der Anbieter sein Geld? Aus welchem Land wird der Dienst angeboten und welche Rechtslage und Gesetze unterliegen einer Nutzung?

Bei vermeintlichen kostenlosen Diensten ist es oftmals so, dass du mit deinen Daten bezahlst. Du bist nicht mehr Kunde, sondern Produkt. Außerdem werden zahlungspflichtige Zusatzfunktionen gerne verdeckt und sind erst nach einer Registrierung sichtbar.

Datenschutzfreundliche, sichere und kostenlose Dienste erkennt man meist daran, dass sie Open Source Projekte sind. Das heißt, dass der Quelltext/Code/Algorithmus eines Dienstes öffentlich eingesehen werden kann. Dadurch erhöht sich die Transparenz, denn du und andere Nutzer erhalten Einblick und können so zum Beispiel Schwachstellen verbessern und darauf vertrauen, dass keine versteckten Programme im Hintergrund laufen.
Allerdings ist Open Source auch keine Garantie.

Ich bin gespannt, ob ich dein Bewusstsein zu den oben genannten 5 Regeln schärfen konnte? Schreib es in die Kommentare.

Fußnoten   [ + ]