Im ersten Teil meiner Reihe „Mit Daten Geld verdienen“, habe ich dir gezeigt, wie du bares Geld bei jedem Einkauf sparen kannst.
Außerdem stellte ich dir das Konzept von Cashback vor und zeigte dir einige Plattformen bei denen das möglich ist.

Alle diese Bonus- und Rabattprogramme sind mit der Erhebung von einer Vielzahl deiner Daten verbunden. Und nicht immer ist die Verarbeitung deiner Daten durch die Unternehmen zu deinem Vorteil.

Abgesehen von Datensicherheit, erstellen auf Daten spezialisierte Unternehmen aus deinen, meist unwissentlich bereitgestellten Angaben ganze Kundenprofile um dein Kaufserlebnis zu verbessern.

Doch verbessern sie damit wirklich dein Kauferlebnis oder machen sie dich zu einer Konsum-Marionette ohne jede Selbstkontrolle? Und wer sind die unschuldigen Engel oder gewissenlosen Übeltäter?

Payback

Neben den in Teil 1 vorgestellten Cashback-Plattformen gibt es viele weitere Bonus- und Rabattprogramme. Mit über 30 Millionen aktiven Kunden in Deutschland und über 650 Partnern1https://www.payback.net/ueber-payback/daten-fakten/ ist Payback seit dem Jahr 2000 eines der größten Bonusprogramme und folgt im Markenranking installierter Shopping-Apps kurz nach Amazon und ebay2https://www.kantaremnid.de/studien/pdf/shopping-app-studie-kantar-emnid-2017.pdf.
Das ist Grund genug sich einmal mit diesem Payback auseinanderzusetzen.

Wenn du dir die Startseite von Payback oder einen ihrer Flyer ansiehst, dann wirst du jedes Mal darauf stoßen, wie toll Payback ist und welche Tricks es gibt, um mehr Punkte zu verdienen.
„Aber pst, da geht noch mehr, denn: Es gibt bei PAYBACK Tricks. Und wenn man die kennt, ist noch viel mehr drin!“ lautet zum Beispiel ein Spruch. Ein anderer „Extra-Trick für Extra-Schlaue“.

Payback Coupon Aktionen

Bis zu 20-fach Punkte kannst du sammeln. Eigentlich fair, wenn man sich die folgende Formel vor Augen führt:

„200€ Einkauf = 100 Payback Punkte = 1€ Bonus“

In diesem Sinne ist 1 Payback Punkt = 1 Cent wert. Für einen Einkaufswert in Höhe von 2€ erhältst du dementsprechend 1 Punkt.
Bei vielen Anbietern gibt es die Punkte nur pauschal. Expedia zum Beipiel vergibt bei Flugbuchungen eine pauschale Gutschrift in Höhe von 100 Punkten. Führt man sich vor Augen, dass ein Flug nach Palma de Mallorca für einen Deutschen im Schnitt 152€3https://de.statista.com/statistik/daten/studie/709275/umfrage/durchschnittspreise-fuer-fluege-an-die-beliebtesten-reiseziele-der-deutschen/ kostet, dann sind 1€ (=100 Payback Punkte) geteilt durch 152€ nur etwa 0,66% Bonus. Dabei spreche ich gar nicht von Reisezielen wie San Francisco oder Bangkok, die deutlich teurer sind.

So solltest du schon den ein oder anderen Payback Trick anwenden, 5-fach, 10-fach oder 20-fach Punkten, damit es spannend wird. 20-fach punkten auf einen Flug nach Palma de Mallorca sind dann immerhin 13,2% Bonus!
Aber vergiss nicht, dass mit dem Suchen nach Coupon-Aktionen auch immer gedanklicher Aufwand verbunden ist, weil du kontinuierlich an das Punkte einlösen denken musst.

„Verwendest du Payback-Coupons, sparst du schnell über 10%.“

Payback Punkte einlösen

Das größte Bonusprogramm Deutschlands macht es dir nicht leicht deinen Bonus gegen Bargeld einzulösen, wie das bei vielen Cashback Plattformen automatisch geschieht.
Vielmehr ist es die Absicht von Payback dich zu verleiten häufiger und mehr zu kaufen. Das geschieht, indem dir standardmäßig Gutscheine angeboten werden und das System von Payback darauf basiert die menschlichen Triebe, wie (Schnäppchen-)Jagd und (Punktes-)Sammlerei auszulösen. Die Gutscheine binden dich als Käufer an die teilnehmenden Händler und das Punktesammeln motiviert dich zum Geld ausgeben.
Das einlösen der Punkte gegen Bargeld ist hingegen gut versteckt und lässt sich nur über mehrere Klicks im Internet finden oder über diesen Link lösen.

Was kostet dich Payback?

Kein Bonusprogramme Anbieter oder auf Gewinnerzielung ausgerichtetes Unternehmen wird freiwillig Geld oder Prämien verschenken.
Laut Payback-Geschäftsführer Bernhard Brugger ist es das Ziel, den gesamten Einkaufsvorgang mit digitalen Services zu vereinfachen und zu beschleunigen4https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wie-funktioniert-payback-kritik-am-geschaeftsmodell-mit-punkten-14876049.html. Das geschieht derweil mit der Payback App und dem dazugehörigen Dienst Payback Pay mit dem automatisch gepunktet und gezahlt werden kann. Du brauchst also nur noch dein Handy dabei zu haben.

Auf den ersten Blick sieht das nach einer deutlichen Erleichterung aus und das ist es sicherlich auch. Du musst dir nur darüber bewusst werden, dass du bei jedem Kauf Daten über dich und dein Kaufverhalten preisgibst. Aus diesen Daten gewinnt Payback Wissen über dich und kann dir maßgeschneiderte Angebote zukommen lassen. Die Folge: Payback gewinnt an Kontrolle über dich mit derer sie dich unterbewusst zu einem Kauf verleiten können.

Wirft man einen Blick auf die Stellenausschreibungen von Payback ist es klar, wohin die Reise geht. Zum Zeitpunkt meiner Recherche wurde händeringend nach Mitarbeitern im Bereich Marketing & Digital gesucht. Das waren 21 von 61 Stellenanzeigen, demzufolge mehr als ein Drittel, die sich damit beschäftigen werden Kunden zu gewinnen, Daten zu erheben, diese zu analysieren und zu kombinieren.

Die Menge macht’s. Denn jedes einzelne Detail ergibt in der Summe ein komplexes, tiefgründiges Profil deiner selbst. Adresse, Käufe, Kaufzeitpunkt, Kaufort, Kaufart sind bereits mehr Angaben als nötig, um dein Kaufverhalten zu lenken oder Vorhersagen über dich zu treffen. Kommst du aus einer wohlhabenderen Gegend? – Teurere Produkte; Kaufst du Bier und Chips? – Dann bist mit hoher Wahrscheinlichkeit männlich. Gewisse Produktkombination lassen sogar darauf schließen, dass du bald Kinder bekommst, obwohl sich die ersten sichtbaren Zeichen einer Schwangerschaft noch nicht erkennen lassen.

Jeder Service hat seinen Preis, doch ist er dir das wert?

Was gibt es zu beachten?

Die Nutzung von Payback ist an sich kinderleicht. Schon ab 200 Punkten kannst du dich belohnen lassen oder deine Boni gegen Gutscheine, Prämien, Spenden oder Bargeld eintauschen.

Dabei kannst du selbst bei Nicht-Payback-Partnern Punkte sammeln. In diesem Fall bezahlst du einfach mit PayPal. Hinterlege online auf der Payback Kreditkarte einfach PayPal als Zahlungsmittel.

Vergiss nur nicht, dass deine Punkte ab dem Zeitpunkt der Gutschrift nur 36 Monate gültig sind! 

Fazit

Die Nutzung von Payback kann in meinen Augen schnell zur Schnäppchenfalle werden. Dem Belohnungssystem geschuldet gibst du am Ende vielleicht sogar mehr Geld aus, als wenn du es nicht nutzt. Laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sind viele Prämien-Produkte trotz Rabatt teurer als im Onlineshop. Daher würde ich auf jeden Fall darauf achten Payback Punkte entweder gegen Gutscheine und im besten Fall direkt gegen Bargeld einzutauschen.

Selbst wenn du nicht so häufig mit Payback zahlst, ist es auf Dauer für das Unternehmen möglich Muster zu erfassen und auf dein Kaufverhalten zu schließen. Wie weit Rückschlüsse über dich und dein Kaufverhalten gezogen werden ist unklar. Aber das dies geschieht und mit jedem Tag ausgefeilter wird, ist für mich klar. In disem Sinne kann ich dir nur raten genau zu überlegen, ob die Punkte und der damit verbundene Aufwand verhältnismäßig ist zu den Daten, die du über dich preisgibst?

Nicht alle Händler sind an Payback gebunden oder geben über Payback hinaus Rabatt-Coupons aus, mit dem eigentlichen Ziel der Kundenbindung. Beispielsweise erhalte ich jedes Jahr zu meinem Geburtstag einen Gutschein in Höhe von 10€ von meinem bevorzugten Elektronik Laden. Bei meinem Friseur kann ich eine Stempelkarte erhalten bei der ich beim zehnten Stempel einen Haarschnitt gratis erhalte.

Ebenfalls findet man mit etwas Glück deutlich bessere Angebote von diversen Einzelhändlern, auf die man wahrscheinlich nicht geachtet hätte, wenn man mit Payback zahlt.

Auf jeden Fall bleibt Payback eine spannende Option Geld zu sparen, aber man sollte sie mit Vorsicht genießen.

Feedback

Das ist deine Chance dir deine Meinung zu bilden und dich mitzuteilen. 
Überzeugt dich das Auftreten von Payback? Sind die Payback Punkte verhältnismäßig zu den Daten, die du über dich preisgibst? Was sind deine Anregungen oder Fragen?

Fußnoten   [ + ]